Die Chronik der FFW Haselbach

Die Kommandanten
Die Vorstände

genommen aus der Festschrift anlässl. des 125jährigen Bestehens der Wehr
im Jahre 1999, laufend ergänzt

Die Anfänge der Feuerwehr Haselbach reichen bis in das Jahr 1872 zurück. Aus diesem Jahr datieren die ältesten Eintrittszeiten laut einem noch vorhandenen Mitgliederverzeichnis, das vermutlich um 1884 angelegt wurde. Eine Urkunde vom 1. Januar 1899 besagt allerdings, dass der Verein, am 15. Mai 1874 gegründet, in die Grundliste des Feuerwehrverbandes eingetragen wurde. Als erster Kommandant wird in der ältesten Liste der Mitglieder Johann Hirtreiter, Bauerssohn von Bumhofen genannt. Vorstand war Xaver Schollerer, Bauer von Bruckhof, Adjudant Johann Zimmermann, Bauer von Edt, Spritzenführer Urban Zimmermann, Bauer von Edt, Requisitenmeister Jakob Strauß, Maurer von Haselbach, Kassenführer Johann Rothamer, Kramer von Haselbach und Fahnenjunker Josef Wirth, Bauerssohn von Bumhofen. Wie den Chargenbezeichnungen zu entnehmen ist, verfügte die Wehr schon damals über eine Handdruckspritze und möglicherweise auch über eine Fahne. Die älteste noch vorhandene Fahne stammt aus dem Jahre 1897.

Um 1900 wurde das erste Feuerwehrgerätehaus mit hölzernem Turm zum Trocknen der Schläuche unweit der alten Schule gebaut. Es war sehr geräumig. Darin befanden sich später zwei Handdruckspritzen, die Schläuche und weiteres Zubehör. Die älteste Handdruckspritze bekam irgendwann die Feuerwehr Dachsberg. Über dem Geräteraum befand sich eine Wohnung mit drei ZImmern. Die Witwe Barbara Hirtreiter von Dürrmaul hatte das nötige Bauholz und zudem 10.000 DM gespendet und erwarb sich auf diese Weise dort das Wohnrecht.

1924 feierte die Wehr ihr 50jähriges Gründungsfest. Die Feuerwehr Falkenfels war Patenverein. Die erste Motorspritze erhielt die Feuerwehr im Jahre 1929. Als es im Winter 1933 bei Knott in Rothäusl und bei Baumann in Thurasdorf brannte, wurde sie eingesetzt, ebenso am 9.6.1934, als das Anwesen Prommersberger in Thurasdorf in Flammen stand. Bei den beiden Bränden in Thurasdorf wurde Brandstiftung nachgewiesen.

Wenige Jahre nach dem zweiten Weltkrieg feierte die Feuerwehr 1950 ihr 75jähriges Gründungsfest mit Fahnenweihe. Als Patenverein fungierte die Wehr aus Haibach. Fahnenmutter war Therese Boiger von Einstück, Festjungfrauen waren Maria Poiger, Cilli Steger, Centa Anker, Fanni Zimmermann und Theres Steger. Fahnenbegleiterinnen waren Cilli Poiger und Hanni Neuburger. Der Festgottesdienst fand in der Kirche statt. Pfarrer Johann Eigenstetter weihte die neue Fahne.

1963 bekam die Wehr eine neue Motorspritze vom Typ TS/8 mit VW-Motor. 1970 erfolgte der Bau des Gemeindehauses an der Kneippstraße. Die Feuerwehr erhielt bei der Gelegenheit darin einen eigenen Geräteraum zugewiesen. Das alte Feuerwehrhaus wurde abgebrochen. Heute ist dort der Parkplatz „An der Schulstraße“. Das erste Feuerwehrauto, ein LF/8, wurde 1972 in Dienst gestellt. Im gleichen Jahr beteiligte man sich an der großen Herbstübung bei der Berufsfachschule in Mitterfels zusammen mit 7 weiteren Feuerwehren. Mit Eifer betrieben in diesen Jahren Kommandant und Gruppenführer die Ausbildung ihrer Leute. Die ersten Leistungsprüfungen wurden abgelegt, 1973 eine Jugendgruppe auf die Beine gestellt.

Als großes Fest gestaltete sich das 100jährige Gründungsfest mit Fahnenweihe im Jahre 1974, das vier Tage, vom 19. bis 22. Juli währte. Am Freitagabend war Ehrung langjähriger Mitglieder, am Samstag Fackelzug mit Heldenehrung am Kriegerdenkmal. Als Schirmherr konnte MdL Alfons Schäffer, Niederwinkling, gewonnen werden, als Fahnenmutter Hubertine Merl. Der Altar war neben der Schule aufgebaut. Der Männergesangverein sang die Schubertmesse und Pfarrer Johann Schuster segnete die neue Fahne. Leider regnete es am Sonntagvormittag, beim Festzug am Nachmittag strahlte dagegen die Sonne. Die Feuerwehr Dachsberg als Patenverein erschien mit eigenem Spielmannszug. An der Thurasdorfer Straße war ein Zelt aufgebaut, das aber nicht alle 61 Gastvereine fassen konnte, so daß auch in den beiden Gasthäusern des Dorfes noch Vereine verköstigt wurden. Jakob Boiger, Rogendorf, filmte das Festgeschehen. Der Film befindet sich im Besitz des Vereins.

Bei der Jahreshauptversammlung im Jahre 1977 wurde Lehrer Alfred Krieger zum Schriftführer gewählt. Von nun an gibt es lückenlose Aufzeichnungen über Ausschusssitzungen und Jahreshauptversammlungen. Neuer Kassenwart wurde Johann Wanninger. Ihre Vorgänger, Xaver Schötz (Schriftführer) und Alfons Berngehrer (Kassier) wurden am 2. April anlässlich einer kleinen Feier verabschiedet und bekamen vom Vorstand Josef Häuslbetz eine Urkunde und einen Münzkrug überreicht. Um den Ausbildungsstand zu erhalten und zu fördern, legten alle Jahre mehrere Gruppen Leistungsprüfungen ab. Am 3. Oktober waren es gleich fünf Gruppen, denen KBI Stefan Mühlbauer die erworbenen Abzeichen überreichen konnte. In den folgenden Jahren wurde die Ausrüstung der Wehr immer mehr ergänzt, Funkgeräte, neue Schläuche, Schutzanzüge und Uniformen beschafft.

Zwei Gruppen legten am 21. Oktober 1979 ihre Leistungsprüfung ab.

Bei der Jahreshauptversammlung im Jahre 1982 verzichtete Adolf Stelzl auf eine Wiederwahl als Kommandant. Er wurde dafür zum 1. Vorstand gewählt, Josef Breu von Thurasdorf zu seinem Stellvertreter. Neuer Kommandant wurde Alosi Mandl jun., Schmiedemeister von Rogendorf, neuer Kassenwart Ernst Rietsch, Haselbach. Josef Häuslbetz, der 30 Jahre lang dem Verein als 1. Vorsitzender diente, wurde anlässlich einer Feier mit Urkunde und Zinnteller geehrt. Die gleiche Auszeichnung erfuhr Adolf Stelzl für seine 15jährige Tätigkeit als Kommandant. In diesem Jahre waren die aktiven Feuerwehrleute in 10 Gruppen zu je 8 Mann aufgeteilt, betreut von 7 Gruppenführern.

1984 verzeichnet der Jahresbericht des Kommandanten mehrere Kellerbrände, einen Wohnungsbrand bei Geith in Altvielreich. Am 18.12. war die Wehr in der Gastwirtschaft Franz Häuslbetz im Einsatz, weil dort eine heftige Gasexplosion ein großes Loch aus der Hauswand gebrochen hatte. 1985 legte die Jugendfeuerwehr ihre erste Leistungsprüfung ab und bekam das Jugend-Leistungsabzeichen ausgehändigt. An die Gemeinde wurde erstmals Antrag auf ein neues Löschfahrzeug mit Ausrüstung für den schweren Atemschutz gestellt. Als es in Neumühle brannte, war auch unsere Wehr im Einsatz. Landrat Ingo Weiß ehrte in Anwesenheit von Kreisbrandrat Emil Wanninger, Ehrenkreisbrandinspektor Stephan Mühlbauer und KBI Alois Pellkofer am 18.7. eine Reihe von Mitgliedern für 25-, 40- und 50jährige Mitgliedschaft.

1986 wurde die Feuerwehr zu zwei Bränden gerufen. Am 19.6. brannte der Dachstuhl der Scheune von Friedrich Lehner in Rogendorf. Am 10.9. galt es einen Brand im Heizungskeller von Josef Poiger in Einstück zu löschen. Laut Kassenbericht verfügte der Verein am Ende des Jahres über ein Vermögen von 13.992 DM. Das Jahr 1988 brachte wieder eine Änderung bei den Führungskräften. Franz Zollner, Haselbach, wurde 1. Kommandant, Josef Stelzl, Zimmermann von Prünstfehlburg, sein Stellvertreter. Im Laufe des Jahres wurde die Wehr zu mehreren Einsätzen gerufen. Am 25.3. und am 4.12. führte die Menach Hochwasser und überschwemmte die Ziermühle. Viermal mußten Keller leergepumpt werden. Die Wehr erhielt daraufhin eine Tauchpumpe. Am 24.7. richtete ein starker Sturm große Verwüstungen an, Bäume wurden umgerissen und Dächer abgedeckt. Auch hier war die Wehr gefordert, die Schäden zu beheben. Am 10.6.1986 gratulierte man Bürgermeister Josef Schmid zu seinem 60. Geburtstag und schenkte ihm ienen geschnitzten Teller. Im Juli beteiligte sich die Feuerwehr an dem vom Sportverein organisierten „Spiel ohne Grenzen“ auf dem Sportplatz. Die Haselbacher Wehr gewann dabei als beste Mannschaft sogar einen Pokal. Am 31.8. brannte bei Bugl in Landasberg die Scheune.

Zwei Brände gab es auch 1988. Am 5.6. ging das Wohnhaus von Christian Vollmer in Rosenhof in Flammen auf und am 4.8. brach infolge Funkenfluges im Heugebläse in der Scheune von Alfons Biegerl in Pfarrholz Feuer aus, das auch auf das Wohnhaus übergriff. Trotz Einsatz mehrerer benachbarter Feuerwehren konnte das Anwesen nicht mehr gerettet werden.

Zum ersten Mal gab es beim Feuerwehrfest an Fronleichnam ein Fußballspiel zwischen den beiden Dorffeuerwehren Haselbach und Dachsberg. Die Gemeinde stiftete einen Wanderpokal, Sieger war Haselbach. Für die Kinder gab es ebenfalls Wettspiele.

Neben sehr vielen Schulungsübungen sammelte die Feuerwehr bei mehreren Einsatzübungen, zusammen mit den benachbarten Wehren aus Dachsberg, Mitterfels und Haibach, Erfahrungen. Bevorzugte Objekte waren, wie auch in den kommenden Jahren, die Kosmetikfabrik Langguth, das Behindertenwohnheim „Alter Pfarrhof“, die Fachklinik, das Sägewerk Suttner.

Auch in den beiden folgenden Jahren trugen die beiden Ortsfeuerwehren am Fronleichnamstag ein Fußballspiel auf der „Bauernwiese“ beim alten Bahnhof aus. Die Haselbacher gewannen den Pokal dreimal, sodass dieser endgültig in ihren Besitz überging.

Am 25.8. 1992 durfte das neue Tanklöschfahrzeug LF8/6 mit zusätzlich neuer Motorspritze beim Herstellerwerk in Weisweiler abgeholt werden. Das Fahrzeug verfügt über Allradantrieb und über die Ausrüstung für den schweren Atemschutz. Das Auto kostete 293.922 DM. Der Zuschuß vom Lande Bayern betrug 129.320 DM, der des Landkreises 16.500 DM. Die Brandversicherung zahlte 19.300 DM und der Verein aus seiner Kasse 20.000 DM. Die Gemeinde hatte die Restkosten von 108.802 DM zu tragen. In den letzten sieben Jahren wurde das Gerätehaus überholt und mit zusätzlichen Einrichtungen ausgestattet, ein Fahnenschrank, die Garderobe für Schutzanzüge und eine Schlauchwaschanlage eingebaut, sowie Wände und Boden gefliest. Diese Arbeiten wurden durch eigene Leute der Wehr ausgeführt. Die Gemeinde und der Verein hatten nur die Materialkosten zu tragen. Am 14.10. segnete Pfarrer Kutzer das neue Fahrzeug und das Gerätehaus.

Am 18.4.1993 wurde die Wehr um 2 Uhr nachts alarmiert, als es galt, einen Dachstuhlbrand bei Göttlinger in der Ringstraße zu bekämpfen. Durch das rasche Eingreifen konnte Schlimmeres verhindert werden. Am 24.11. ereignete sich im Spänebunker der Zimmerei Rainer in Dachsberg ein Schwelbrand. Hier bewährte sich erstmals der schwere Atemschutz bei einem Ernstfall. Der Bunker wurde ausgeräumt, das Feuer erstickt. Am 15.7. geriet bei Engl in Gonnersdorf das Austraghaus in Brand, wobei auch der Dachstuhl des Schuppens in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Haselbacher Wehr wurde zu spät verständigt und beschränkte sich auf die Brandwache.

Die Neuwahlen am Dreikönigstag 1994 bestätigten Franz Zollner als 1. Kommandanten und Josef Stelzl als seinen Stellvertreter. 1. Vorsitzender ist seither Hans Sykora, Schriftführer Andreas Fischer, Rogendorf und Kassier Ernst Rietsch.

Beim Feuerwehrfest spielten Feuerwehr und Behindertenwohnheim gegeneinander Fußball. Vom Erlös des Festes wurde ein Drittel der Wohngruppe zugesprochen. Der Ausschuß beschloss, die alte Fahne von 1897 in Aiterhofen erneuern zu lassen. Sie soll beim 125jährigen Gründungsfest gesegnet werden. Am 12. November wurden in Anwesenheit von Landrat Weiß, KBI Leidl, Ehrenkreisbrandinspektor Pellkofer, Kreisbrandmeister Keiper und Ehrenkreisbrandmeister Hoffmann 20 aktive Feuerwehrleute für 25- bzw. 40jährige Mitgliedschaft mit einer Urkunde geehrt. Seit 50 Jahren gehört Adolf Stelzl der Feuerwehr an, davon 15 Jahre als Kommandant und 12 Jahre als Vorstand. Ihm wurde auf einstimmigen Beschluss der Vorstandschaft die Würde eines Ehrenvorsitzenden zuerkannt. Am 23.12. ereignete sich in Rogendorf bei der Einmündung der Gemeindestraße in die Staatsstraße ein schwerer Verkehrsunfall, an dessen Folgen die beiden Verletzten, das Ehepaar Peter und Anna Schmid von Roßhaupten, starben. Die Feuerwehr hatte nach dem Unfall die Verkehrsregelung übernommen. Seit 1995 verfügt die Wehr auch über eine Damenlöschgruppe, Gruppenführerin ist Christa Sykora und seit 1997 sogar über eine 2. Gruppe. Die beiden Ortsfeuerwehren Haselbach und Dachsberg feiern jährlich das Florianifest, die Haselbacher an Fronleichnam ein Feuerwehrfest, im Herbst einen Ball und in der Weihnachtszeit eine Christbaumversteigerung.

Seit 1997 laufen intensive Vorbereitungen für das 125jährige Gründungfest. Man muss sich um Festdamen, einen Schirmherrn, einen Patenverein, um Musikkapellen kümmern und Abmachungen mit der Festwirtin treffen. Beim Feuerwehrfest am 6.6. gab es beim Fußballspiel zwischen einer Auswahlelf der Feuerwehr und einer Mannschaft der beiden Wohngemeinschaften Haselbach und Straubing viele Zuschauer. Fairerweise ließ man die Gäste 5:4 gewinnen. Auf der Asphaltbahn begann mittags ein Plattlschießen. Vorsitzender Sykora und Bürgermeister Ecker überreichten den Siegern der beiden Wettkämpfe die Pokale. Die Fahne von 1897 und zwei Fahnenbänder vom 50jährigen Gründungsfest kamen restauriert aus der Fahnenstickerei in Aiterhofen zurück. Die Gemeinde wies der Feuerwehr einen Teil der Garagen neben dem Gerätehaus als Schulungsraum zu. In mehr als tausend Arbeitsstunden wurde in der Folgezeit der Raum durch eigene Leute der Wehr instandgesetzt, sanitäre Einrichtungen eingebaut, ein Vordach über den Toren angebracht, der Boden gefliest.

Am 11.6.1998 weihte Pfarrer Alex Kutzer den Schulungsraum und rief den Segen Gottes auf den Raum und alle Leute herab, die sich dort im Feuerwehrwesen weiterbilden. Der Raum weist eine behagliche Atmosphäre auf, ist mit soliden Möbeln ausgestattet. An den fünf Tischen mit gepolsterten Bänken und Stühlen finden an die 50 Personen Platz. Für die Fortbildungsabende stehen Videorekorder mti Fernseher, ein Lichtbildprojektor und ein Kopiergerät zur Verfügung. In einem großen Schaukasten sind die Pokale des Vereins ausgestellt. Am Sonntagnachmittag des 14. Dezembers wurde die Feuerwehr zu einem Küchenbrand bei Helga Breitmoser in Bumhofen alarmiert. Das Feuer war durch Kurzschluss eines Mehrfachsteckers ausgebrochen. Die Feuerwehr löschte den Brand und verhinderte damit ein Übergreifen auf die anderen Räume.

Die Feuerwehr Haselbach, gut ausgerüstet und vorbildlich geschult, kann mit Zuversicht in das 2. Jahrtausend schauen.

(Verfasst von unserem langjährigen Pressewart Willi Lemberger, der im Jahre 2001 bei einem Verkehrsunfall verstorben ist)